Die Tierhilfe KowaNeu bedankt sich bei Frau Schramm, dass wir diesen Brief veröffentlichen dürfen. (Eingestellt/19.09.2011)
Brief einer langjährigen Tierfreundin Brigitte Schramm (Ärztin i.R.)
Seit 10 Jahren fahre ich nun schon wegen der armen Straßenhunde nach Rumänien, Temisvar. Wir haben Hunde vom Tierheim wie auch von der Straße kastrieren lassen und sind mit ihnen zum Tierarzt
gegangen, wenn sie krank waren.
Wenn wir wieder kamen, gab es wieder so viele Babys und wieder waren viele krank.
Die Leute ,die dort arbeiteten taten ihr Bestes, aber es war so schmutzig dort und sie konnten die Tiere nicht isolieren.
Die Zwinger notdürftig mit Maschendraht getrennt, standen auf der Erde. Wenn es regnete standen die Tiere im Matsch.
Die Hütten aus altem Holz waren notdürftig zusammengenagelt. Wir konnten nichts reinigen oder desinfizieren. Also verbreiteten sich die Krankheiten immer wieder.
Dann nach 4 Jahren siedelte die Stadt alle Hunde auf einen anderen Platz. Sie bauten sogar Zwinger mit Betonboden, und wir dachten, wir könnten es jetzt besser für die armen Hunde machen. Im
Sommer in der prallen Hitze, im Winter in der Eiseskälte mussten die armen Hunde Ihr Leben fristen.
Die Stadt machte von da an gar nichts mehr. Wir mussten einen Brunnen bohren, Strom gabs sowieso nicht. Vom Futter bis zur ärztlichen Versorgung mussten wir alles bestreiten.
Aber der Grund und Boden, auf dem die Zwinger gebaut worden waren und das Feld herum gehörte einem Mann, der daneben auch ein kleines Hundelager mit 70 Hunden hatte.
Alles was wir für unsere Hunde bauen wollten boykottierte der Mann. Der einzige Weg zu unserem Tierheim führte an dem Haus vom Opera vorbei und er ließ keine Lieferwagen mit Material durch. Es
gab immer wieder Streit. Wir konnten nichts bauen.
Wir wollten ein Gehege für Puppies bauen, um sie zu isolieren. Opera kam und riss alles nieder.
Wir wollten das Land von Opera kaufen, aber die Frau Opera ließ es nicht zu.
Schließlich nach Jahren des Kampfes strebte Herr Opera einen Prozess gegen Casa cainelui an, weil er seinen Grund und Boden zurückhaben will.
Wir müssen also den Platz verlassen und ich bin so froh, dass Romulus Sale, der 1. Vorstand des Hundehauses jetzt einen Platz gefunden hat, wo wir endlich ein Tierheim bauen können, wo die Hunde
es besser haben sollen als bisher. Sie sollen Schatten haben und im Winter ein warmes Haus und genügend Auslauf. Eine Quarantänestation für die Puppies und Neuankömmlinge.
Romulus Sale kenne ich seit Anbeginn und jetzt kümmert er sich um alles. Er ist ständig mit dem Bau des neuen Tierheims beschäftigt und muss im alten Tierheim auch dafür sorgen und aufpassen,
dass es den Tieren gut geht. Dass sie immer Wasser haben und wenn es so heiß ist ,wie jetzt die ganze Zeit, müssen die Tiere 2x frisches Wasser bekommen. Wenn man in Rumänien nicht immer dahinter
her ist, kann es passieren, dass die Angestellten sich auf die faule Haut legen.
Er muss Futter für 300 Hunde heranschaffen und die Kranken zum Tierarzt bringen.
Er hat sehr viel zu tun und gibt sein Bestes. Ich habe volles Vertrauen auf ihn.
Ich kann nicht verstehen, dass es immer wieder Leute gibt, die ihm Böses nachsagen. Die haben keine Ahnung, kennen Romulus nicht persönlich, aber plappern alles den Neidern nach.
Ich bin so froh, dass jetzt alles so gut läuft, aber es gibt Menschen, die immer alles kaputt machen wollen.
Auch Herr B. W. müsste es besser wissen. Er war lang genug im Tierheim in Temisvar und weiß, dass wir gegen Windmühlen gekämpft haben. Nun da alles besser werden kann, will er Romulus und mir nur
noch Steine in den Weg legen. Ich verstehe nicht, daß er nicht mit uns, sondern gegen uns arbeiten will.
Ich glaube, es geht ihm nicht um die armen Hunde sondern nur um seine Anerkennung.
Er versucht seit Jahren gegen die Stadt und deren Hundepolitik zu kämpfen und die armen Hunde bleiben auf der Strecke liegen.
Leider ist es so, dass wir Tierschützer aus dem Ausland uns nicht in die Angelegenheiten eines Bürgermeisters Johandru oder eines Puscas, der das städtische Tierheim schlecht führt, einmischen
können ohne den Hunden zu schaden.
Auch ich würde die Missstände, die im Tierschutz in Rumänien herrschen, gerne bekämpfen. Aber so helfe ich den Hunden lieber an der Basis als dass ich an der Spitze nichts erreiche.
Viele liebe Grüße
Brigitte Schramm (Ärztin i.R.)
Tierschutz kennt keine Grenzen - Animal protection knows no borders
