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Heute 09.06.2010 Im ARD: Klonfleisch am Teller

 

http://www.welt.de/wissenschaft/article7942717/Horrorbilder-aus-der-Hexenkueche-des-Klonfleischs.html

 Horrorbilder aus der Hexenküche des Klonfleischs

 Heute Mittwoch, ARD 23:30 bis 0:15 Uhr  Die Kälber haben denselben
Fleck am Ohr, dieselbe Schnauze – sie sind exakte Kopien eines
Ursprungstieres – und: Sie werden gegessen.  Foto: dpa Klonfleisch
kommt öfter vor als die Verbrauchen ahnen Von Monika Herrmann-Schiel         
Längst sind Kälber Klone, exakte Kopien eines Ursprungstieres. Sie
gleichen sich nicht – sie sind identisch. Was sich anhört wie
Science Fiction, ist bei einigen Züchtern in den USA und Kanada Alltag. In
seiner heute in der ARD zu sehenden Dokumentation „Das Klonschnitzel
– Was künftig auf unseren Tellern landet“ lenkt SWR-Redakteur
Tilman Achtnich die Aufmerksamkeit auf eine Entwicklung in der
Agrarindustrie, die bislang nur wenig beachtet wurde. Seitdem 1996
Dolly, das erste geklonte Schaf, zur Welt kam, wurde viel über die
ethischen Fragen und Auswirkungen des Klonens debattiert. Nach
europäischen Gesetzen ist das Kopieren von Lebewesen nur zu
wissenschaftlichen Zwecken erlaubt. Anders in den USA: Dort hat die
Lebensmittelbehörde FDA im Januar 2008 entschieden, daß der Verzehr von
Fleisch und Milch geklonter Tiere unbedenklich sei. Seitdem arbeiten
Institute wie SEK Genetics des amerikanischen Tierarztes und Farmers Don
Coover auf Hochtouren, um die Wünsche von Züchtern und Farmern zu
erfüllen, die gerne eine Kopie ihrer allmählich alt werdenden
Superzuchtkuh oder ihres nicht mehr so produktiven Edelbullens im Stall
stehen haben wollen. Geklonte Tiere sind exakte Kopien bereits
existierender Tiere, die durch gentechnische Verfahren im Labor gezeugt und
dann von Leihmüttern ausgetragen werden. Das Fleisch dieser Tiere soll im
Allgemeinen nicht verwendet werden – denn das Klonen ist sehr teuer,
das Schlachten der Tiere daher wirtschaftlich nicht sinnvoll. Auf den Markt
kommen könnte aber das Fleisch der Nachkommen der geklonten Tiere oder die
Milch von Klontieren und ihren Nachkommen.  Bedenken hat Coover nicht. Er
glaube nicht, sagt er dem Journalisten aus Deutschland, daß man sich vor
Klonen fürchten müsse. Es sei einfach eine perfekte Technik. Wie alle
Befürworter dieser Laborzüchtung hält er sich an das Argument, mit dem
auch die US-Aufsichtsbehörden überzeugt wurden: Man könne das Fleisch
von Klonen von dem von natürlich gezeugten Tieren nicht unterscheiden;
folglich könne es niemanden schaden. Für Coover zählen allein das
Machbare und der wirtschaftliche Erfolg. Alles ist gerechtfertigt durch die
Feststellung, „so ist eben das Geschäft“. Doch vieles
ist nicht so eindeutig, wie es die Klonlabors gerne hätten. Die
Tierärztin Babara Kessler, die an dem Klon-Forschungsprojekt der Münchner
Universität beteiligt ist, weiß von Schwierigkeiten und vielen
ungeklärten Fragen. So wissen die Wissenschaftler nicht genau, welche
Prozesse beim Klonen im Einzelnen vor sich gehen. Dazu kommen die ethischen
Probleme, die sich erahnen lassen, wenn sich Achtnich mit dem
amerikanischen Millionärsehepaar unterhält, das sich erfolgreich seinen
Lieblingshund hat klonen lassen. Acht Kinder haben die beiden adoptiert.
Aber jetzt sind sie der Meinung, daß das Klonen ein viel besserer Weg für
sie gewesen wäre......... Warum soll Klonfleisch überhaupt in den
Supermärkten landen?Denkbar ist, daß Bauern ihre besten Zuchtbullen
klonen lassen – damit nicht nur das Tier selbst, sondern auch dessen
Kopien Nachkommen en masse zeugen. Damit ließen sich die Kosten für die
Massenproduktion von Tieren senken. Auch Kühe, die besonders viel Milch
geben, könnten geklont werden, um die Milchproduktion billiger zu machen.    
Ist Klonfleisch erlaubt? Der Verkauf des Fleischs geklonter Tiere ist in
Europa prinzipiell verboten, kann aber nach einem Zulassungsverfahren
erlaubt werden. Wie bei Genpflanzen müßte die Erlaubnis dann für jede
Sorte im Einzelfall entschieden werden. Für das Fleisch von den Nachkommen
der Klontiere gab es bislang allerdings keine Regelung. Tierschützer
verweisen allerdings auf die EU-Richtlinie, die künstliche Zuchtmethoden
verbietet, wenn diese den Tieren Leiden und Schmerzen zufügen. Weil das
beim Klonen geschehe, argumentieren sie, müßte jede Art von Klonfleisch
verboten sein. In den USA ist Klonfleisch seit Anfang 2008 erlaubt!    
Tilman Achtnichs Film ist nicht plakativ. Vorsichtig lenkt er den Blick
in eine Welt, deren Vorstellungen einem bei näherem Hinsehen an
Frankensteinsche Horrorbilder denken und erschaudern lassen. Mit den
modernen Erkenntnissen der Wissenschaft laufen Menschen Gefahr, den Respekt
vor dem Leben, dem Tod und der Schöpfung zu verlieren. Gleichzeitig macht
der Film deutlich, daß auch die Europäer nicht davor geschützt sind,
geklontes Fleisch auf die Teller zu bekommen. Zwar darf Klonfleisch bislang
hierzulande nicht verkauft werden; die Milch und das Fleisch der
Klon-Nachfahren aber durchaus. Außerdem kann bei Importen niemand
überprüfen, um was für ein Fleisch es sich handelt. „Das
Klonschnitzel. Was künftig auf unseren Tellern landet“, Film von
Tilman Achtnich, ARD, Mittwoch, 9.6., 23.30 – 0.15 Uhr     

ANIMAL SPIRIT - Zentrum für
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