Hemmschwelle der Gewalttätigkeit


PETA warnt vor Verharmlosung von Tierquälerei-Fällen


Bodenfelde / Gerlingen, 01.12.2010: Der Mörder von Bodenfelde fiel bereits vor den brutalen Morden an Nina und Tobias durch Straftaten an Tieren auf. Wie die BILD-Zeitung am Montag berichtet, verbrannte Jan O. Igel, schoss Katzen mit einem Luftgewehr die Augen aus und tötete Tiere in der Mikrowelle. Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. warnt aus diesem Anlass wiederholt davor, Fälle von Tierquälerei als „Jugendstreich“ zu verharmlosen. Mehrere Fallbeispiele sowie die wissenschaftliche Forschung haben mittlerweile gezeigt, dass sich Tierquäler später häufig auch an Menschen vergehen, so PETA. Tierquälerei ist ein Straftatbestand gemäß §17 Tierschutzgesetz und kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden. „Die Hemmschwelle der Gewalttätigkeit wird häufig zuerst beim Tier überschritten“, so Kampagnenleiterin Magdalena Scherk von PETA. „Wären diese Tierquälerei-Fälle und andere gewalttätige und auffällige Verhaltensweisen von Jan O. schon frühzeitig ernstgenommen worden, wäre es vielleicht nicht so weit gekommen und Nina und Tobias würden noch leben. Deshalb ist es wichtig, dass jeder, der Tierquälerei beobachtet, dies sofort der Polizei meldet.“ Wer anderen Lebewesen ohne Grund Leiden zufügt, müsse psychologisch betreut werden. Psychologen, Gesetzgeber und Pädagogen sind sich mittlerweile einig, dass Gewalttaten an Tieren verstärkt Aufmerksamkeit verlangen. Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält. In der PETA-Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“, nennt PETA zahlreiche Statistiken und Studien zum Thema. Die Broschüre kann von Journalisten, Richtern, Staatsanwälten und Polizisten unter http://www.peta.de/staatsanwalt kostenlos bestellt werden.

Autor: PETA Deutschland e.V.


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Die Broschüre zum Thema „Die Hemmschwelle der Gewalttätigkeit wird häufig zuerst beim Tier überschritten“,
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MENSCHEN, DIE TIERE QUÄLEN, BELASSEN ES SELTEN DABEI ...

PETAs Broschüre für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte, Sozialarbeiter und Erzieher
„Jeder, der sich daran gewöhnt hat, das Leben von Lebewesen allgemein als wertlos zu betrachten, läuft Gefahr, daraus zu schließen, dass auch menschliches Leben wertlos ist”, schrieb der Humanist Dr. Albert Schweitzer. „Mörder ... fangen oft damit an, als Kinder Tiere umzubringen und zu quälen”, so Robert K. Ressler, der für die US-amerikanische Bundespolizei FBI-Profile von Serienmördern erstellte. Studien haben mittlerweile Soziologen, Gesetzesgeber und Gerichte davon überzeugt, dass Gewalttaten an Tieren unsere Aufmerksamkeit verlangen. Sie können erstes Zeichen für eine gewalttätige Pathologie sein, die menschliche Opfer miteinschließt.

Jan O.

Jan O., der Mörder von Nina und Tobias aus Bodenfelde (Niedersachsen), quälte Tiere. Er verbrannte Igel, schoss auf Katzen und tötete Tiere in dem er sie in die Mikrowelle legte.

Ronny Rieken

Ronny Rieken, der Möder von Christiane Nytsch und Ulrike Everts, räumte ein, schon früh Tiere gequält zu haben.

Martin P.

Martin P., der Amok-Läufer von Bad Reichenhall, schoss im Wald auf Tauben und andere Vögel und erschoss seine Katze auf dem Sofa.

David Berkowitz

David Berkowitz (auch bekannt als „Son of Sam”), der zugab, 13 Morde begangen und weitere versucht zu haben, erschoss den Labrador-Retriever eines Nachbarn.

Jeffrey Dahmer

Der Serienmörder und Kannibale Jeffrey Dahmer spießte Köpfe von Hunden und Katzen auf Stöcken auf.

Ted Bundy

Als Kind war der Serienmörder und Vergewaltiger Ted Bundy - der schließlich wegen zweifachen Mordes verurteilt, jedoch des Mordes an mehr als 40 Frauen verdächtigt wurde – Zeuge der Grausamkeit seines Vatersgegenüber Tieren gewesen, und auch er selbst quälte später Tiere.

PETAs Broschüre für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte, Sozialarbeiter und Erzieher:

Tiermissbrauch ist nicht etwa als geringer Persönlichkeitsfehler im Tierquäler zu werten, sondern steht vielmehr als Symptom für eine tiefgreifende mentale Störung. Forschungen in der Psychologie und der Kriminologie zeigen, dass Menschen, die Gewalttaten an Tieren ausüben, es nicht dabei belassen; viele von ihnen machen an ihren Mitmenschen weiter. Das FBI hat festgestellt, dass in ihren Computerdaten zu Serienvergewaltigern und -mördern immer wieder Vorgeschichten mit Tierquälerei auftauchen, und in Standard-Diagnose-und-Behandlungshandbüchern für psychische und emotionale Krankheiten wird Tierquälerei als Diagnosekriterium für Verhaltensstörungen aufgeführt. Eine von der Northeastern University und der Tierschutzorganisation SPCA in Massachusetts, USA, durchgeführte Studie ergab, dass Menschen, die Tiere quälen, fünfmal wahrscheinlicher Gewalttaten an Menschen verüben können. Der Großteil der Häftlinge, die im kalifornischen Gefängnis San Quentin auf die Todesstrafe warten, hatte nach Aussage des Wachpersonals die Straftaten vorher an Tieren „geübt”.


Petra Klages

Es gibt zahlreiche Mörder und (sadistische) Serienmörder, die vor und während ihrer Täterkarriere Tiere quälten, da menschliche Opfer vorläufig nicht oder schwerer verfügbar waren, um biologisches Wissen zu erwerben oder ihre menschlichen Opfer durch das Verüben tierquälerischer Handlungen unter Druck zu setzen. Tierquälerei ist mehr als ein Warnsymptom in der Entwicklung der Gewaltdelinquenz. Da diese HP nicht ausreichen würde, eine vollständige Aufzählung zu liefern, erfolgt hier eine kurze Auswahl ► weiterlesen