Kosmetiktierversuche


(Quelle:www.datenbank-tierversuche.de  Silke Bitz)

Meilenstein mit Lücken: Das EU-Verbot für Kosmetiktierversuche

Seit einem Jahr dürfen in der EU keine Kosmetika mehr verkauft werden, die an Tieren getestet wurden und auch Tierversuche für Inhaltsstoffe sind verboten. Tierschützer haben viele Jahre für dieses Verbot gekämpft. Doch die gesetzliche Regelung hat Lücken und Tiere müssen weiter für die Schönheit leiden.

Um Anti-Faltencremes, Lippenstifte oder Duschgels für den Verbraucher angeblich gesundheitlich unbedenklich zu machen, werden die Inhaltstoffe zuvor Kaninchen in die Augen gerieben, auf die rasierte Haut aufgetragen oder Mäuse und Ratten bekommen sie per Magensonde verabreicht. Anhand der auftretenden Verätzungen oder der Bildung von Krebsgeschwüren werden Vermutungen über die Wirkung beim Menschen angestellt.

Damit sollte in der EU ab dem 11. März 2009 Schluss sein, da von nun an ein Vermarktungsverbot tierquälerischer Kosmetik und ein Verbot von Tierversuchen für Inhaltstoffe gilt. Damit ist zwar ein wichtiges Ziel erreicht. Bei näherer Betrachtung jedoch wird klar, dass das noch immer kein Ende der Tierqual für die Schönheit bedeutet. Denn Versuche zur Giftigkeit bei wiederholter Gabe, Giftigkeit für Nachkommen sowie zur Aufnahme, Verteilung, Verstoffwechslung und Ausscheidung einer Substanz sind noch bis mindestens 2013 erlaubt. Zudem ist unklar, wie die Einhaltung überhaupt kontrolliert werden kann.

Da die Industrie den Markt unermüdlich mit Cremes und Pulvern mit immer neuen Inhaltsstoffen überschwemmt, ist zu befürchten, dass die Tierversuche in der Kosmetik so fortgeführt werden wie bisher. Denn die meisten Rohstoffe werden nicht ausschließlich für Kosmetika verwendet, sondern auch in anderen Produkten, deren Inhaltsstoffe unter die Testvorschriften für Chemikalien fallen und damit einen langen Testkatalog aus unsinnigen und grausamen Tierversuchen durchlaufen. Diese stammen zum Teil aus den 1930er/40er Jahren und ihre wissenschaftliche Tauglichkeit wurde nie überprüft. Sie dienen lediglich zur rechtlichen Absicherung der Hersteller und gaukeln eine Verbrauchersicherheit vor, die nicht gegeben ist. Dabei wäre es so einfach, gleichzeitig Tiere und Verbraucher zu schützen. Denn zum einen gibt es über 8.000 altbewährte Inhaltstoffe, mit denen sich ganz ohne Tierqual beliebig viele Schönheitsmittel herstellen ließen. Zum anderen ist eine ganze Reihe von durchdachten Testmethoden vorhanden, bei denen beispielsweise menschliche Zellen verwendet werden, deren Ergebnisse für den Menschen aussagekräftig sind.

Jeder kann Tierquälerei für die Schönheit verhindern
Mit der bewussten Auswahl beim Kauf von Kosmetika kann jeder dem reinen Gewinnstreben der Kosmetikindustrie und damit der Tierquälerei entgegenwirken. Zahlreiche Firmen wie auch Reformhäuser bieten tierversuchsfreie Kosmetik an. Die verwendeten Inhaltstoffe sind altbekannt, so dass sich schädliche Wirkungen beim Menschen längst offenbart hätten. Diese Produkte verschonen damit nicht nur Kaninchen und andere Tiere vor einem qualvollen Gifttod, sondern sind gesundheitlich unbedenklich.

 

Silke Bitz


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Silke Bitz