Bericht über die Fahrt nach Köln am 02.11.2009 zur ETN-Tierschutzpreisverleihung an Prinzessin Maja von Hohenzollern


 

(Bericht:Katja Roß & Bettina Kowalewski) 


Auf der Homepage von Maja Prinzessin von Hohenzollern sind wir Ende Oktober auf einen kleinen Hund namens Bruno aufmerksam geworden, der misshandelt worden ist. Da uns diese kleine, arme Seele nicht mehr aus dem Kopf ging, starteten wir eine Anfrage per Mail mit der Frage, wo sich der kleine Bruno zur Zeit befinde und ob er vermittelbar sei... Herr Bertram (Manager der Prinzessin) antwortete, dass Bruno die Misshandlungen leider nicht überlebt habe, da er noch ein Welpe und sein Immunsystem zu schwach gewesen sei... Es gingen einige Mails hin und her, und am 30.10. schrieb Herr Bertram, dass sie uns gern einladen würden zu der Verleihung des ETN-Tierschutzpreises am Montag, 02.11.2009 an Maja Prinzessin von Hohenzollern mit anschließendem Kennenlernen. Eine Einladung war beigefügt. Damit hatten wir nun gar nicht gerechnet, aber wir waren vor Freude quasi „aus dem Häuschen“!!!

Da wir fast alle berufstätig sind oder andere Verpflichtungen haben und das Ganze auch sehr kurzfristig kam, haben wir letztendlich nur zu zweit teilgenommen. Die Verleihung fand im Hotel „Media Park in Köln statt. Wir starteten bereits um 7.30 Uhr ab Bielefeld (10.30 Uhr war Beginn), kamen aber leider noch in mehrere Staus und riefen von unterwegs ca. 50 km vor Köln bei Herrn Bertram an mit der Frage, ob wir überhaupt noch reinkommen würden, wenn wir zu spät seien?! Wir würden uns in einem der vielen Staus auf der A1 befinden... Herr Bertram beruhigte uns und sagte, sie selber wären gerade mal auf der Höhe Dortmund, und das sei alles kein Problem... Wir würden uns sicher auf der Autobahn noch begegnen... Das Telefongespräch war so locker, dass schon mal die erste Aufregung etwas verflogen war. Letztendlich kamen wir ein paar Minuten nach halb 11 im Hotel an und waren wieder überrascht, als wir dort persönlich begrüßt wurden und wir jeweils Namensschilder bekamen, die wir uns anheften konnten. Die Verleihung fand in einem Konferenzraum statt, wo wir gleich mit Getränken versorgt wurden. Alles war recht ungezwungen, so dass auch die nächste Aufregung langsam verflog...

Maja Prinzessin von Hohenzollern betrat dann kurze Zeit drauf mit ihrem Manager, Herrn Bertram, sowie mit einer Hündin aus Spanien auf dem Arm den Raum, wo die Preisverleihung stattfinden sollte. Natürlich wurde sie als erstes wieder von Fotografen umringt... Die Hündin wurde dann an die zukünftige Besitzerin übergeben, die schon sehnsüchtig darauf wartete.

Dann hielt zunächst Wolfgang Stephanov, der designierte Präsident des Europäischen Tier- und Naturschutzbundes e.V. (ETN), eine Laudatio auf die Verdienste der Ausgezeichneten und berichtete, dass Maja Prinzessin von Hohenzollern seit vielen Jahren ihre Prominenz nutze, um die Lebensbedingungen der Tiere zu verbessern. Durch ihre Unterstützung sei es dem ETN gelungen, die grausame Tötung von Straßenhunden in Brasov/Rumänien zu beenden. Auch betonte er, dass er einerseits stolz sei, diesen Preis an eine Person zu verleihen, die sich so sehr für Tiere einsetze, aber es würde ihn auch traurig machen, dass so was in der heutigen Zeit überhaupt noch nötig sei.

Maja Prinzessin von Hohenzollern stellte sich danach an das Mikro und berichtete von ihrer Arbeit im Tierschutz. Bei ihren Ausführungen merkten wir, dass sie wirklich hinter dieser Arbeit steht und nicht – wie viele andere – nur so daherredet. Sie war teilweise sehr ergriffen. Während ihrer Ausführungen wurden per Beamer Bilder eingespielt. Die Prinzessin begründete ihr Engagement damit, dass sie vor dem Leid der Tiere nicht die Augen verschließen könne und wolle und dass sie für einen respektvollen Umgang mit den Tieren sogar auf die Barrikaden gehen würde. Sie berichtete, dass es überall in Europa noch die tägliche Praxis sei, Hunde und Katzen grausam zu töten. Nach ca. 7 Tagen in den Tötungsstationen die KEINE Tierheime seien (wie viele nämlich vermuten!!!) würden die Tiere umgebracht, z. B. würden sie mit dem Nervengift T61 zu Tode gespritzt (der Todeskampf könne bis zu 20 Minuten dauern), oder aber sie würden erschlagen, vergast oder lebendig verbrannt.

Dann berichtete sie von ihrem Besuch als ETN-Botschafterin im August d.J. in Rumänien. In der Stadt Brasov der ehemaligen und vor allem von Deutschen bewohnten Kronstadt - habe der neue Bürgermeister angeordnet, alle Straßenhunde zu töten (ca. 300 Stück pro Tag nur allein in Brasov!). Hierfür sei sogar extra eine Tötungseinheit eingesetzt, die brutal gegen die Tiere vorgehe ob auf offener Straße oder in einer ehemaligen Schweinemastanlage. Im Jahr 2008 seien über 9.000 Hunde eingefangen und getötet worden und seit 2004 in Rumänien 10 Millionen Tiere! Im Vorfeld hatten bereits viele Protestaktionen wegen dieser Tierquälerei, die gegen das geltende EU-Recht verstößt, stattgefunden, aber die gemachten Versprechungen waren nicht eingehalten worden. Mittlerweile würden nicht nur die rumänischen Bürger/innen und Tierschützer/innen Sturm laufen. Man würde den neuen Bürgermeister mittlerweile schon Hunde-Ceausescu nennen, da er vor nichts zurückschrecke!

Prinzessin Maja erzählte dann sehr bewegt von ihrem „Undercover-Besuch“ in der streng gesicherten Tötungsanlage. Ihr Bericht wurde von traurigen, qualvollen Fotos begleitet, wobei uns die Tränen in die Augen schossen. (Ein Video ist auch auf der Internetseite des ETN zu sehen oder auf unserer Homepage). Sie berichtete von den hunderten von Tieren, die zusammengepfercht – ohne Wasser, ohne Futter – auf ihren Tod warteten. Die Hunde seien nicht mal angekommen, um noch ein paar Streicheleinheiten zu holen. Sie hätten den Tod bereits in den Knochen und in der Nase. Im Anschluss an ihre Besichtigung des Todeslagers habe die Prinzessin die verantwortlichen Stellen mit dem erschütternden Bildmaterial konfrontiert. Man habe erst abgewunken und die Tötungsanlage einen „Service der Stadt“ genannt. Die Prinzessin habe darauf die schrecklichen Bilder gezeigt, jedes Einzelne, und gefragt: „Ist das Ihr Service? Und dieses hier?“ und habe dann gefordert: „Rumänien ist seit 2007 Mitglied in der EU und muss sich jetzt auch gemäß EU-Recht und allgemein gültigen EU-Tierschutzprinzipien verhalten!“

Am folgenden Tag habe eine Pressekonferenz stattgefunden, wo alle rumänischen Medien teilgenommen hätten. Hierbei hatte die Prinzessin vor riesigen Plakaten mit erschütternden Bildern unter Tränen gesagt, dass dieses Hundemassaker gestoppt werden müsse. „Sowas darf es im zivilisierten Europa nicht geben!“ Und dann sei etwas geschehen, womit keiner gerechnet hätte: unter dem öffentlichen Druck hätten die Verantwortlichen zugestimmt, das Töten einzustellen! Ein erster Erfolg!!!
Man habe sich nun einverstanden erklärt, gemeinsam mit dem ETN Alternativen zu suchen, z. B. durch den Aufbau von Tierheimen und Kastrationsprogrammen.

Maja Prinzessin von Hohenzollern erklärte weiterhin, dass jegliche Hilfe – auch von kleinen Organisationen oder auch von einzelnen Privatpersonen – wichtig sei. Und: „Wir brauchen dringend ein Gesetz, das die grausame Tötung von Tieren verbietet, wie sie überall in Europa leider noch die tägliche Praxis ist. Dafür und für die Einhaltung eines solchen Gesetzes kämpfe ich!“

Was sie auch sonst noch zur Sprache brachte und was wir hier nicht unerwähnt lassen wollen, war, wie wichtig es sei, den Tierschutzgedanken nach und nach in die Köpfe der Menschen einzupflanzen. Schon die Kinder müssten lernen, dass man mit Tieren nicht umgeht wie mit einer Sache, sondern dass es Lebewesen sind, die auch Schmerz empfinden. Prinzessin Maja würde z. B. die Idee gut gefallen, wenn bereits jeder Kindergarten ein eigenes "Kindergarten-Kaninchen" habe. Das würde in vielen Kindergärten bereits durchgeführt und gut angenommen. Die Frage wäre nämlich, wie sich Kinder im Erwachsenenalter auch Tieren gegenüber respektvoll verhalten sollten, wenn sie Tiere von klein auf nicht achten würden.

Auch sprach sie das Thema "Fleischkonsum" an. Es sei zwar nicht umzusetzen, dass alle Menschen plötzlich Vegetarier würden, aber sie wünsche sich auch hier einen respektvolleren Umgang. Wie oft habe sie mitbekommen, dass Kinder Fischstäbchen oder Chicken Mc Nuggets bestellen, einmal abbeißen und der Rest in der Mülltonne landen würde... Ihr würde dabei immer in den Kopf kommen, dass für dieses achtlose Umgehen mit dem Essen wieder Tiere sterben mussten, die dann letztendlich im Müll landen. Es sei wünschenswert, wenn die Tiere, die man isst, aus artgerechter und nicht aus einer Massenhaltung kommen würden. Auch hier müsste ein Umdenken stattfinden...

Das Preisgeld in Höhe von 2.500,-- Euro stiftete die Prinzessin dem Berliner Projekt „HundeDoc“ und überreichte einen Scheck an die Tierärztin Jeanette Klemmt, die daraufhin auch noch ausführlich von ihrer Arbeit berichtete. (Bei diesem Projekt werden die Tiere von obdachlosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen kostenlos medizinisch versorgt. Die Tierärztin fährt mit einem umgebauten Rettungswagen zu sozialen Brennpunkten in Berlin und behandelt die Tiere, die für viele Menschen das Einzige sind, was sie noch haben.)

Am Ende der Preisverleihung stürzte sich gleich die Presse auf Maja Prinzessin von Hohenzollern. Wir fragten Herrn Bertram, ob wir im Anschluss denn wohl die Gelegenheit hätten, kurz mit der Prinzessin persönlich zu sprechen... Daraufhin antwortete Herr Bertram, dass man sich im Anschluss noch in einer kleinen Runde in Much treffe und dort auch ein kleines Buffet aufgebaut sei und wir herzlich eingeladen seien, mitzukommen. Wir trauten unseren Ohren nicht, denn die anderen Anwesenden schienen größtenteils nichts von diesem Treffen zu wissen! So war es erst etwas schwierig, herauszufinden, wo wir denn nun genau hinkommen sollten... In das Hotel, wo ETN immer tagt, oder wohin? Letztendlich stellte sich aber heraus, dass wir zum Tierschutzhof Huppenhardt nach Much kommen sollten (kurze Erklärung: der ETN hat 2 Tierschutzhöfe: das ETN-Tierheim „Hof Wiesenfeld“ befindet sich in Bad Karlshafen, und der Tierschutzhof Huppenhardt ist in Much, ca. 45 Min. von Köln entfernt).

Es war inzwischen ca. 13.00 Uhr, und Bettina und ich machten uns auf den Weg nach Much. Herr Bertram und die Prinzessin wollten nachkommen. Als wir dort eintrafen, stand bereits ein Kamerateam am Tor. Einem Mitarbeiter des Hofes Much erklärten wir, dass wir von Herrn Bertram noch eingeladen worden seien, und da wir die Ersten waren, schauten wir uns erst mal um. Auf dem Hof liefen 2 Hunde rum. Wir sahen noch Pferde, Esel, Ziegen, Katzen und einen Pfau, hatten aber längst nicht alles gesehen, als Maja Prinzessin von Hohenzollern und Herr Bertram eintrafen. Die Prinzessin wurde erst mal wieder von der Presse umlagert. Herr Bertram holte zwei kleine Kätzchen aus dem Auto, mit dem sie gekommen waren. (Diese wurden nach Frankfurt vermittelt.)

Da es etwas kühl draußen war und der Himmel sich wieder zuzog, wurden wir eingeladen, ins Haus zu kommen. Dort war schon ein Tisch gedeckt. Es gab kleine vegetarische Häppchen, Kuchen, Säfte und Kaffee. Insgesamt waren wir nur ca. 15 Personen. Neben der Prinzessin und Herrn Bertram waren noch die Eltern der Prinzessin da, ein Herr vom Europäischen Tier- und Naturschutzbund, einige uns unbekannte Personen, jemand von der Presse und wir. Die Prinzessin unterhielt sich noch mit den verschiedenen Gästen, teilweise auch auf englisch (sie lebt übrigens in Marbella und spricht fließend englisch und spanisch).

Im Internet hatten wir bereits gelesen, dass die Prinzessin und ihre Eltern aus Sachsen stammen. Bettina, ebenfalls gebürtige Sächsin, fand dadurch gleich Anschluss. Da Prinzessin Maja zunächst in Gesprächen vertieft war, setzten wir uns zu den Eltern, die im Übrigen sehr nett sind, und hatten ein interessantes Gespräch. Etwas später kam auch die Prinzessin zu uns... Sie fragte gleich, ob wir diejenigen wären, die sich nach dem Bruno erkundigt hätten (so hieß der kleine Hund), und wir sagten, dass ja alles mit Bruno angefangen hatte... Da schaute die Prinzessin wieder sehr traurig und betroffen und berichtete, dass man Bruno arg zugerichtet hatte: u.a. hatte man auf seinem Körper viele Brandstellen von Zigaretten gefunden; sein Penis war angezündet worden, und man hatte ihm ein Auge ausgestochen!!! Uns fehlten die Worte.

Bettina und ich erzählten dann, dass wir eine kleine Gruppe seien und noch kein Verein und dass wir Sachspenden für Tiere, aber auch für Menschen in Not sammeln würden. Vieles würde z. B. an die Smeura nach Rumänien gehen, dem größten Tierheim der Welt, aber auch nach Ungarn etc., dass bei uns die Garagen wieder voll wären und ob wir sie bzw. das Tierheim des Partnervereins in Rumänien („Milionae de Prieteni“) vielleicht mit unterstützen könnten?!? Prinzessin Maja sagte sofort, dass sie immer Sachen brauchen könnten. Die Transportmöglichkeit müsse man per Mail abklären. Auch wäre es toll, wenn wir vielleicht den ein oder anderen Hund mit auf unsere Seite zwecks Vermittlung stellen würden... Ganz besonders würde ihr die kleine Kiki am Herzen liegen... (Wenn Sie also auf unserer Homepage unter „Tiere suchen ein Zuhause“ Tiere finden, die sich bei der Prinzessin Maja von Hohenzollern befinden: dieses ist kein Scherz, und wir haben auch persönlich die Erlaubnis bekommen, diese Tiere bei uns mit auf die Seite zu stellen).

Das Gespräch mit der Prinzessin war interessant; sie ist ein sehr netter, sympathischer Mensch, dem wir das Engagement auch absolut abnehmen (sie erzählte übrigens auch, dass sie sich auch in Spanien für die Rettung der Tiere einsetze und sich nicht davor scheue, auch mal über Zäune zu klettern! Fotos, die während der Verleihung gezeigt wurden, hatten dieses auch bestätigt). Und dass man seine Hunde auch mal mit ins Bett nimmt, ist auch ihr nicht fremd: Prinzessin Maja hatte in einem Interview gefragt, wo ihre Tiere denn wohl sonst alle schlafen sollten, wenn nicht mir ihr im Bett...

Mittlerweile war es schon ca. 16.30 Uhr, und die Leute mussten alle teilweise noch weite Strecken bis nach Hause fahren... Es war uns aber nicht verwehrt, dass wir noch ein gemeinsames Foto mit der Prinzessin machen lassen durften, und auch Bettina ließ sich noch mit den Eltern fotografieren.

Bevor wir fuhren, fragte Herr Bertram uns noch, ob wir alles geklärt hätten... Wir bejahten, verabschiedeten uns von allen per Handschlag und machten uns auf den Heimweg. Es war ein toller, aufregender und ereignisreicher Tag, der uns wieder Mut und Kraft gibt, weiterzumachen!!!

Zum Schluss noch mal eine kurze Geschichte, die der ein oder andere vielleicht schon kennt:

Als der alte Mann den Strand entlang ging, sah er vor sich einen jungen Mann, der Seesterne aufhob und ins Meer warf. Nachdem er ihn schließlich eingeholt hatte, fragte er ihn, warum er das tue. Die Antwort war, dass die gestrandeten Seesterne sterben würden, wenn sie bis Sonnenaufgang hier liegen bleiben. „Aber der Strand ist viele, viele Kilometer lang, und tausende von Seesternen liegen hier!“ erwiderte der Alte. „Was macht es also für einen Unterschied, wenn du dich abmühst?“ Der junge Mann blickte auf den Seestern in seiner Hand und warf ihn in die rettenden Wellen. Dann sagte er: „Für diesen hier macht es einen Unterschied.“

 

  Prinzessin Maja von Hohenzollern:

Es gibt nur Unmenschen - keine Untiere!

weiterlesen

 


Bilder anklicken zum vergrößern.