Reisebericht Rumänien 2011 - Bericht: Daniela

Bericht von Daniela


ihr lieben, hier kommt nun unser reisebericht..ich habe einige tage gebraucht, alle erlebnisse zu verarbeiten...fangen wir mit beginn der reise an.-) am 30.09. gegen 22 uhr hatten wir (meine freundin bianca, mein mann marcel und ich) endlich alle spenden gepackt (knapp 1500 kg, danke nochmal an alle liebe spender/innen) und machten uns mit unserem transporter auf den weg nach timisoara zu romulus sale. die fahrt war anstrengend, aber nach knapp 18 std. kamen wir endlich in timisoara an unserer pension an. die pension, die mitten in timisoara liegt, an einer hauptstraße, war sehr schön, die inhaber (ein ehepaar) sehr lieb und kontaktfreudig:-) wir hatten aber nicht viel zeit, die neuen eindrücke aufzunehmen, da uns 15 min später schon romi abholen wollte, damit wir in sein casa fahren konnten. da wir mit unserem transporter den weg zum casa nicht hätten fahren können, fuhren wir alle zusammen mit romis auto (ein kleiner, alter kastenwagen): bianca und ich vorne (haben uns den beifahrersitz geteilt), marcel hinten auf der ladefläche...das casa war ca. 5 min von der pension entfernt. wir waren alle etwas aufgeregt..romi war uns allen aber direkt sehr sympathisch...er war offen und hat auf uns alle einen korrekten, authentischen eindruck gemacht. wir fuhren in den kleinen feldweg zum casa, der etwas holprig war...romi pfiff und mehrere hunde kamen aus den büschen, feldern, bellten freudig und liefen hinter und um das auto herum (anmerk. bianca hatte ein wenig panik, dass romi die hunde  überfährt, ab dem 2.tag hatten wir uns aber daran gewöhnt). vor dem casa hielten wir dann an...alle hunde, die dem auto folgten, freuten sich wie verrückt...wir wurden freundlich empfangen, kein hund zeigte aggressionen...romi gab ihnen futter..dann gingen wir ins casa hinein...2 pfleger (ein mann und eine frau,ich habe die namen vergessen...aber die beiden leben dort bei den hunden in einem wohnwagen ohne heisses wasser und eine toilette) kümmerten sich grad darum, die zwinger zu reinigen, den hunden wasser und futter zu geben)...wir durften erstmal in aller ruhe schauen und romi erklärte uns alles, erzählte auch viele geschichten zu den hunden (viele traurige geschichten) und wie sie zu ihm ins casa gekommen sind. alle hunde waren aufgeregt, aber freundlich, alle hunde sahen gesund aus und absolut nicht abgemagert...selbst die kranken, die alle medizinisch behandelt wurden, sahen schon fast wieder gesund  aus....es gab mehrere große zwinger, im schnitt waren dort immer 10-20 hunde unter gebracht, zudem gab es noch ein freies rudel, was sich auf einem eingezäunten platz frei bewegen konnte...man sah welpen, große und kleine hunde zusammen, patenmütter, die welpen säugten, die ihre mama verloren hatten... ‎....es waren einfach viele neue, faszinierende eindrücke, die sich kaum mit worten beschreiben lassen...romi hat uns alle genau erklärt...er kocht dort an einer feuerstelle z.b. auch eine art suppe für die hunde (fleischreste, die er von einer fleischerei bekommt) mit reis und brot...ausserdem bekommen die hunde trockenfutter aus rumänien (kein gutes futter, wie romi sagt), dass er mit dem futter, was z.b. aus deutschland gespendet wird (viel besseres futter)mischt, so dass die hunde immer ein relativ gutes futter haben. er braucht im monat für alle hunde ca. 4,5 tonnen hundefutter, um alle hunde zu versorgen. daher ist er auch nach wie vor auf futterspenden angewiesen. romi verarztet die hunde auch selbst, gibt ihnen vitaminspritzen, macht die vor-und nachsorge..ansonsten arbeitet er eng mit einem befreundeten tierarzt zusammen. alles in allem geht es den hunden dort gut. allein die reaktion der hunde auf romi war faszinierend und sagt mehr als 1000 worte!:-) somit war unser erster tag vorbei, der mehr als positiv war!  2.tag: nach einer kurzen nacht trafen wir uns früh mit romi an der pension, um die ganzen spenden ins neue casa zu bringen, da dort ein lager ist, wo die spenden sicher vor ratten sind. das neue casa ist ca. 10000qm groß (das alte casa ca. 2500qm).romi und seine helfer haben schon einiges gemacht: das gelände ist komplett eingezäunt inkl. fundament zwecks durchgraben, eine zubringerstrasse (schotter) wurde erstellt, auf dem gelände selbst (siehe fotos) wurde ein großes fundament erstellt, wo drauf das haupthaus gebaut wurde, rechts neben dem haupthaus 2 kleinere räume, die ggf. als whg genutzt werden können, auf kopf des geländes wurde schon ein teil des fundaments für die zwingeranlagen erstellt, rechts daneben wurde ein wc mit waschgelegenheit gebaut. romis vorstellung vom fertigen tierheim sieht wie folgt aus: die zwingeranlagen sollen wie ein "L" gebaut werden (mit jeweils max. 8 hunden pro zwinger), vor jedem zwinger ein baum (für schatten) und mit sichtschutz auf den nachbarzwinger getrennt werden. in der mitte des geländes sollen auch noch bäume gepflanzt werden und soll als freilauf für die hunde dienen. romis großer traum ist zwischen haupthaus und jetziger toilette einen sanitätsraum mit quarantänestation zu bauen. wichtig zu wissen ist vielleicht noch, dass das gelände größer ist, als es abgetrennt wurde, romi könnte also noch erweitern...leider fehlt dafür das geld. wasser gibt es auch schon, nur strom fehlt noch. romi hat vor bis mai 2012 das neue casa fertig zu stellen, so dass er mit seinen hunden dorthin umziehen kann. im moment leben dort wenige hunde, die er  aufgesammelt hat, die vor dem zaun standen oder die dort ausgesetzt worden sind, plus 2 freunde von ihm, die dort tag/nacht (im wechsel) vor ort sind. das projekt braucht weiterhin finanzielle unterstützung! romi macht alles, was möglich ist, aber die finanziellen mittel reichen lange nicht aus. nachdem wir alle spenden ausgeladen hatten, den rundgang im neuen casa beendet hatten, fuhren wir weiter mit romi zu den sog. "tunnelhunden". die hunde leben in einem tunnel am wasser...romi und eine frau aus timisoara füttern die hunde und so langsam fassen die hunde vertrauen, so dass romi sie bald von der straße holen kann, um sie zu kastrieren. danach fuhren wir zu romi nach hause...er hat eine whg in einem häuserblock, nicht groß, aber liebevoll eingerichtet. in seiner garage beherbergt er 2 welpen, die er von der straße gerettet hat . ein welpe hatte ein gebrochenes bein, welches aber schon medizinisch versorgt wurde...ralf seeger wird beide welpen im nov. mit zu sich nehmen. in romis whg lernten wir bei kaffee und kuchen seine frau (lehrerin) und seine kleine tochter kennen, eine ganz normale junge familie:-) romi zeigte uns sämtliche unterlagen von casa cainelui: spendenquittungen, bauquittungen, schriftstücke vom vet.amt, steuer, etc. und hat uns von seinem leben erzählt...nach diesem privaten einblick von romulus sale fuhren wir wieder ins alte casa...unterwegs hielten wir immer wieder an futterstellen der streunenden hunde an, um futter zu geben...es war rührend, wie die hunde immer auf romis pfeifen aus den büschen und wäldern kamen!:-) als wir im alten casa waren, haben wir uns eine zeitlang im zwinger der welpen aufgehalten...denn wir wollten ja auch 4 welpen zu adoptionsfamilien nach deutschland zurück nehmen...alle welpen waren bester gesundheit, hatten glänzendes fell, ohne flöhe, waren verspielt...einige wenige waren etwas schüchtern, man hat ihnen angemerkt, dass sie sich in dem großen hunderudel nicht wohlgefühlt haben...vor allem waren das "ruth" (heute heisst sie mia) und "beule" (siehe fotos), die wir auch mit nach deutschland genommen haben und die jetzt ein ganz tolles zuhause haben:-) neben dem alten casa gibt es ein gelände, colt alb genannt, welches den opreas (weiss nicht, ob der name so richtig ist?) gehört ( ihnen gehört auch das grundstück, wo romi sein casa hat...er muss also gezwungenermaßen mit den opreas auskommen, denn so lange das neue casa nicht fertig ist, kann er nicht von dem alten platz weg)..auch dort leben hunde..ich kann nicht genau sagen, wie viele es waren...aber einige!! und jetzt kommen wir leider zum traurigen teil...wir haben auf wunsch einer spenderin dort futter hingebracht....romi sagte schon voher zu uns, die hunde dort sind alle verrückt....fürs umkehren war es aber eh zu spät....eine meute von hunden stürmte auf uns zu...und wir wraen geschockt über den zustand der hunde (angeblich kriegen die hunde auch regelmäßig spenden und medizinische versorgung, leider haben wir da wenig gesehen!). ich weiss nicht, was diese leute mit den spenden machen, aber unserer meinung nach, gehen die spenden nicht an die hunde! romi versucht so weit es geht zu helfen...das ganze colt alb war ein einziges "drecksloch" (sorry!) ...und die hunde haben mehr vor sich "hinvegetiert" als gelebt: alle haben sich gekratzt (flöhe ohne ende), ekzeme, geschwulste, manche schienen schon tot zu sein (sie haben aber noch geatmet!)...ich stelle hier die fotos ein..aber jeder, der so etwas nicht sehen möchte bzw. nicht verträgt, sollte sie sich nicht anschauen...ich musste dabei an einen satz denken, den karin (www.spikinet.de) mal geäussert hat: für manche hunde wäre es besser, gestorben zu sein! ich sage einfach nur: ohne worte....und so unterschiedlich kann tierschutz sein:-( unfassbar, was es dort für gegensätze gibt...ich persönlich kann es mir auch nicht erklären.....leider ging es traurig weiter... .... ..wir fuhren zu einer frau...., (TEXT und Eindrücke dazu bleibt Intern) ...nach all diesen negativen erlebnissen fuhren wir zurück zur pension..wir wollten uns eine std. später mit romi, seiner frau und seiner tochter treffen, um etwas essen zu gehen...in einem großen EKZ in timisoara....gesagt, getan! es war ein schöner abend mit "lecker essen":-) am nächsten tag hatten wir uns früh verabredet....wir mussten mit unseren 4 "adoptionshunden" nochmal zum tierarzt (pässe) und danach zum vet.amt für die stempel, damit die hunde ausreisen können....alles hat gut geklappt beim tierarzt. In einer Einrichtung ****** ist mir besonders ein dalmatiner in erinnerung geblieben: total verdreckt, abgemagert, konnte kaum laufen....romi meinte: der lebt nicht mehr lange....dieser hund hat sich so über futter und streicheleinheiten gefreut....dieses schicksal dieses hundes hat mich sehr mitgenommen:-( ich habe romi gefragt: kannst du ihn nicht mit zu dir ins casa nehmen? er sagte: nein! diese hunde gehören der einrichtung *****...das wäre diebstahl:-((((( selbst jetzt, wenn ich dieses schreibe, muss ich weinen...aber wie marcel und auch romi sagen: du kannst nicht alle retten....um so schöner ist es, dass romi und einige andere ihr möglichstes tun, um viele dieser hunde vor einem schlimmen schicksal zu bewahren...respekt vor all diesen menschen! und es ist auch ein ende in sicht...zumindest in der stadt timisoara...alle hunde, die romi nicht ins casa aufnehmen kann, versucht er zumindest zu kastrieren, so dass nicht immer mehr neue hunde kommen...und die, die er gerettet hat,werden so gut es geht vermittelt....4 hunde aus seinem casa konnten wir ein neues zuhause geben....das ist nicht viel, aber für uns ein erfolg! wenn man diese hunde sieht in ihrer neuen familie, dann weiss man, dass es etwas gutes auf dieser welt gibt.....und genauso ist es, wenn man romi kennen gelernt hat: es gibt gute menschen..und wenn es die nicht geben würde, wäre alles sinnlos.....wir unterstützen romi weiterhin und werden im märz 2012 wieder nach timisoara fahren! romi ist ein mensch wie jeder andere von uns....er hat seine fehler, wie jeder von uns...er hat seine stärken, seine schwächen...aber fakt ist, dass er etwas tut...auch wenn manch einer denkt, es sind ja "nur" hunde....
Liebe Grüße Eure Danie


Beim Opa - Colt Alb