Video Dokumentation "Ein Tierheim zieht um - und wir sind dabei"  <hier>


Bericht über den Umzug vom alten ins neue Casa Cainelui in Timisoara vom 20.- 27.07.2012
Text & Bilder © Tierhilfe KowaNeu e.V. (Bericht-verfasst von Katja )
Carsten Herzig aus Unna, auf dem Weg nach Rumänien
Carsten Herzig aus Unna, auf dem Weg nach Rumänien

Dieses Mal machte sich das KowaNeu-Team mit insgesamt 12 Leuten auf den Weg nach Rumänien: Danie und Marcel fuhren am Abend des 20.07. von Köln aus mit dem Auto und nahmen noch Daniela und Sandra mit. Parallel starteten Nicole und Carsten mit ihrem PKW in Unna, und da seit dem letzten Transport wieder viele Sach- und Futterspenden eingegangen waren, wurde der Anhänger bei Nicole und Carsten entsprechend beladen und mitgenommen. Auch ein großes, altes, rostiges, aber noch funktionsfähiges Stromaggregat für Rumänien, welches über die „Helden“ gespendet worden und ein paar Tage vorher noch von Carsten und Marcel abgeholt worden war, wurde mit aufgeladen. Auch waren wieder viele Medikamente mit an Bord, z.B. Antiwurm- und -zeckenmittel, die einen super Dienst geleistet haben...

Am darauffolgenden Morgen, also dem 21.07., flogen Bettina Kowalewski, Katja, Corinna und Tom sowie Kameramann Piet und seine Freundin Chrissy (die das Team übrigens beide ganz, ganz toll unterstützt haben!!!) mit dem Flugzeug von Dortmund aus nach Timisoara. Da man bei einer Autofahrt nach Timisoara ab „Ruhrpott“ mit mindestens 16 Std. Fahrt rechnen muss, ein Flug dagegen nur 2 Stunden dauert, war natürlich klar, dass die „fliegende Mannschaft“ Rumänien viel früher erreichen würde...

Nach dem Check-in in der Pension machten sich die 6 Erstankömmlinge mittags mit dem Taxi erst mal auf den Weg in die Stadt. Neben dem Besorgen der Verpflegung für die nächsten Tage sollten auch die Straßenhunde gefüttert und entsprechend mit Wasser versorgt werden... In der Innenstadt kam die Gruppe dann auch an einer riesigen Bauruine vorbei; das Grundstück als auch das Gebäude selber waren komplett mit Müll übersät. Auf der Suche nach Straßenhunden auf dem Gelände wurde eine Familie entdeckt, die sich in der Ruine aufhält und dort „haust“, u.a. ein 12-jähriges Mädchen mit ihren beiden Geschwistern, ca. 3 und 6 Jahre alt – nahezu unvorstellbar, unter solchen Bedingungen zu leben!

Aufgrund der Hitze wurde an dem Tag nur ein Straßenhund in der Stadt gesichtet... Er stand halb im Gebüsch, und Gott sei Dank hatte schon ein Einheimischer dem Hund genügend Wasser und etwas Futter hingestellt... Die anderen Straßenhunde hatten sich aufgrund der Hitze anscheinend irgendwo verkrochen...

In einem großen Einkaufscenter in Timisoara, wo noch ein paar Lebensmittel und Getränke eingekauft werden sollten, ist auch ein „Zoofachgeschäft“. Unter anderem lagen dort im Schaufenster in einer Art „kleinem Aquarium“ 3 Welpen (Malteser Bichons). Sie lagen wirklich nur da und atmeten vor sich hin!!! Alle waren ziemlich geschockt (... obwohl solche Dinge leider auch mittlerweile im eigenen Lande nicht mehr „unüblich“ sind und Proteste bisher keinen Erfolg gebracht haben...).

Am späten Nachmittag trafen die Erstankömmlinge wieder in der Pension ein. Einige „durchforsteten“ noch das Gelände hinter der Unterkunft nach Straßenhunden. Zwei Hunde kamen gleich angelaufen und ließen sich streicheln. Romulus hatte ihnen vor Monaten bereits eine Hütte zur Verfügung gestellt, und auch für Futter und Wasser wird seitdem gesorgt. Auf dem hinteren Gelände wurden noch weitere Hunde entdeckt, u.a. ein Rüde, eine Hündin und eine Mama mit ihren 4 Welpen (Letztere versteckten sich unter einem großen Öltank). Teammitglieder gingen im Wechsel jeden Morgen und Abend zu den Hunden, um sie entsprechend mit Wasser und Futter zu versorgen. Auch Romulus wurde über die weiteren, sich dort befindenden Hunde informiert, denn er fährt ja regelmäßig durch die Straßen und versorgt die Tiere...

Am Abend traf die andere Hälfte des KowaNeu-Teams mit den beiden Fahrzeugen ein, und man setzte sich – wie an den folgenden Abenden auch – zusammen, um den Tag Revue passieren zu lassen und die Arbeitsplanung für den jeweils nächsten Tag zu besprechen. Für alle, die mit dem Auto angereist waren, war es eine anstrengende und lange Fahrt gewesen. Der erste Tag (Samstag) ging zu Ende, und am Sonntag wartete viel Arbeit auf alle.

Sonnenuntergang in Timisoara - Gute Nacht, morgen haben wir viel zu tun.
Sonnenuntergang in Timisoara - Gute Nacht, morgen haben wir viel zu tun.

An den beiden darauffolgenden Tagen (22. und 23.07.) fuhren alle nach dem Frühstück zum alten Casa, um die Hunde dort noch mal medizinisch zu versorgen und auf den Umzug vorzubereiten: entwurmen, Spot-on auftragen, Ohren reinigen, bei Bedarf (Augen-)Salben auftragen oder Antibiotika verabreichen, Krallen schneiden etc.

Es wurden zwei 4-er Gruppen gebildet: jeweils 2 Teammitglieder hielten die Hunde fest, die anderen 2 behandelten. 1 Person war immer „Springer“, holte z.B. Wurst, Salben o.ä. Die restlichen 2 eröffneten einen provisorischen „Friseur-Salon“, schoren die Hunde bzw. befreiten sie von dem verfilzten, verflohten Fell... Es entwickelte sich ganz schnell ein eingespieltes Team. Und Kameramann Piet lief die ganzen Tage von einer Ecke zur nächsten und filmte oder fotografierte die unterschiedlichsten Aktivitäten ;-))

An beiden Tagen machte sich das komplette Team auch jeweils nachmittags auf den Weg zum neuen Casa, um dort noch diverse Unterstützung zu leisten. Sonntag z.B. wurde der Anhänger ausgeladen und das mitgebrachte Futter etc. ins Lager gebracht (das Stromaggregat musste jedoch von einem Mitarbeiter von Romulus mit dem z. Zt. dort befindlichen Bagger runtergehoben werden). Wieder andere reinigten die Zwinger und versorgten die Hunde, die sich bereits dort befanden, und die restlichen vom Team karrten Steine mit der Schubkarre, die dann in das ca. 10 cm breite Gitter zwischen den einzelnen Zwingern gefüllt wurden (von Romulus als Trennwände zwischen den Zwingern konzipiert).

Ab Sonntag kamen auch noch weitere Helfer (neben den „Helden für Tiere“ z.B. auch noch Brigitte, Silvia, Andrea, Iris, Katrin sowie noch weitere private Helfer) und packten überall mit an, um alles entsprechend für den bevorstehenden Umzug vorzubereiten. Zu tun gab es mehr als genug, und alle arbeiteten Hand in Hand.

Am Dienstag begann das KowaNeu-Team dann mit dem Rüberbringen der Hunde vom alten ins neue Casa. Da ein Transporter mit integrierten Boxen aus Deutschland ausgefallen war, stellte Herr Pusca von Danyflor Romulus ohne Zögern seinen Transporter und seine Boxen für den Umzug zur Verfügung. Ebenfalls wurde der Anhänger, den Carsten und Nicole mitgebracht hatten, beladen. Auch hier wurde wieder in Gruppen gearbeitet: eine Gruppe fing die Hunde ein, die andere brachte die Boxen zu den Fahrzeugen, wo sie dann verladen wurden. Da alle Hand in Hand arbeiteten und das Einfangen der Hunde somit recht zügig vonstatten ging, befanden sich die Vierbeiner im schlimmsten Fall für maximal 1 Stunde in den Boxen. Einige Hunde konnten auch zu zweit oder zu dritt untergebracht werden, denn die Boxen hatten ganz unterschiedliche Größen. Nachmittags fing es schon etwas an zu regnen, aber trotzdem konnten an diesem Tag schon über ca. 100 Hunde in das neue Casa einziehen.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch fing es dann leider an, wie aus Kübeln zu schütten... Der Regen hörte und hörte nicht auf. Am Mittwoch Morgen kam Romulus nach dem Frühstück vorbei und zog erst mal Marcel und Carsten ab, um bei einigen Überschwemmungsarbeiten zu helfen. Da bei den Regenfällen zunächst erst mal der Umzug nicht weitergeführt werden konnte, fuhren Piet und Tom in die Stadt, um u.a. noch das ein oder andere Paar Gummistiefel zu besorgen. Gegen Mittag hörte der Regen auf. Das Team machte sich sofort wieder mit mehreren Fahrzeugen auf den Weg zum alten Casa, um den Umzug weiter fortzusetzen, wusste aber im Vorfeld nicht, ob überhaupt das Gelände erreicht werden könnte, denn der Weg von der Straße zum Casa ist nicht befestigt und hatte sich in eine große, schlammige Masse verwandelt... Zum Glück konnte man einigermaßen links durch das hohe Gras fahren... und so wurde dann doch noch das alte Casa erreicht und der Umzug fortgesetzt.

Aufgrund des Zeitverlustes am Vormittag konnten dieses Mal leider nur ca. 50 Hunde ins neue Casa einziehen. Auch hier leisteten wieder private Helfer und die Frauen, die mit den „Helden“ angereist waren, tolle Unterstützung, z.B. beim Einrichten der neuen Zwinger, Füttern der Hunde oder beim Tragen der Boxen.

Am Donnerstag flog bzw. fuhr ein Teil des KowaNeu-Teams wieder nach Hause. Carsten, Nicole, Piet und Chrissy blieben noch einen weiteren Tag, führten noch gemeinsam einen Transport durch und wurden hierbei auch noch von einigen Leuten wie z. B. Andrea, Silvia und Katrin unterstützt. Insgesamt konnte das KowaNeu-Team in diesen Tagen ca. 200 Hunde in das neue Casa bringen.

Das ALTE Tierheim "Casa Cainelui" wird in Kürze Vergangenheit sein. Romulus konnte nun endlich mit den Hunden umziehen. Auf dem alten Grundstück war kein neuer Tierheimbau möglich, und von dem Material (Zäune, Hütten) konnte auch nichts mitgenommen werden, da die Sachen alle schon alt oder zerfallen sind.

Ein herzliches Dankeschön noch mal an alle Spender und Helfer, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre!!! Romulus braucht auch weiterhin Unterstützung für die Hunde. Ein großes Dankeschön auch noch mal an Kameramann Piet und Chrissy!!! Die zwei haben das KowaNeu-Team super begleitet und unterstützt; alle sind schon ganz gespannt auf den Film, der dann auch mit auf die HP gesetzt wird...

Zuguterletzt soll es nicht unerwähnt bleiben, dass viele Hunde einfach dankbar waren für jegliche Streicheleinheit – es war wirklich in ihren Augen zu sehen!!! Selbst ängstliche Hunde fassten ganz schnell Vertrauen, ließen sich streicheln, das Fell schneiden oder sonst was...